Wie kann Sprache Straftäter überführen?

Jonas Weber ist Professor für Strafrecht und Kriminologie und erklärt was Sprachanalyse in der Strafverfolgung kann.

Text: Jonas Weber 07. Mai 2026

Textanalysen können Hinweise auf die Täterschaft geben. Bild: iStock

Bei der Aufklärung von Straftaten arbeiten Strafbehörden mit verschiedenen Fachrichtungen zusammen. Eine davon ist die forensische Linguistik. Sie kommt dann zum Einsatz, wenn sich eine unbekannte Täterschaft schriftlich oder mündlich geäussert hat – etwa in Drohbriefen, E-Mails, Chatnachrichten oder Telefonaten.

Anhand der Analyse eines Einzeltextes lassen sich Merkmale beschreiben, die eng mit Sprach- und Schreibkompetenzen verbunden sind. Dazu zählen etwa die Muttersprache, der Bildungsgrad, die Schreiberfahrung oder das Alter. Sind tatverdächtige Personen bereits bekannt, kann ein Textvergleich Hinweise darauf liefern, ob ein Text von derselben Person stammen könnte. Eine Textanalyse alleine reicht jedoch nicht aus, um eine Täterschaft zu beweisen: Der «Sprachabdruck» hat (noch) nicht die Genauigkeit eines Fingerabdrucks oder eines DNA-Profils.

Zur Person

Jonas Weber

ist Professor für Strafrecht und Kriminologie. Zu seinen Tätigkeitsschwerpunkten gehören die strafrechtlichen Rechtsfolgen, die Opferrechte, die Kriminologie, das Strafprozessrecht und die Kriminalistik. Zudem ist er als nebenamtlicher Richter am Appellationsgericht Basel-Stadt tätig.

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Sprache

Dieser Artikel erschien erstmals in uniFOKUS, dem Printmagazin der Universität Bern. uniFOKUS beleuchtet viermal pro Jahr einen thematischen Schwerpunkt aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Aktuelles Fokusthema: Sprache.

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