Sozialkompetenz bei Fischen hängt von Geschwistern ab

Forschende der Universität Bern zeigen, dass für die Entwicklung der Sozialkompetenz von Buntbarschen sowohl die Anzahl der Geschwister, die die Jungfische um sich haben, als auch die Qualität ihrer Interaktionen mit ihnen entscheidend sind.

26. Februar 2026

Geschwister prägen Charakter: Das Experiment an Afrikanische Buntbarsche zeigt, wie frühe Familienverhältnisse ihr späteres Sozialverhalten beeinflussen. © Sebastian Prati

Das soziale Umfeld, das Menschen während ihrer Entwicklung erleben, spielt eine entscheidende Rolle bei der Ausbildung sozialer Kompetenz – der Fähigkeit, angemessen auf soziale Herausforderungen zu reagieren. Insbesondere das geschwisterliche Umfeld ist bei Kindern wichtig für die Entwicklung ihres Sozialverhaltens, im speziellen ihrer Sozialkompetenz. Auch viele Tierarten werden in Würfen oder Bruten unterschiedlicher Grössen geboren, wobei Interaktionen mit den Geschwistern die frühen sozialen Erfahrungen dominieren. Jedoch gibt es bislang kaum Erkenntnisse über die Rolle von Geschwistern für das Sozialverhalten von Tieren.

Damit befasst sich nun eine neue Studie von Barbara Taborsky, Professorin in der Abteilung Verhaltensökologie des Instituts für Ökologie und Evolution, und Bruno Camargo dos Santos, Doktorand in der Abteilung Verhaltensökologie des Instituts für Ökologie und Evolution der Universität Bern. Sie zeigen erstmals in einem Langzeit-Experiment mit afrikanischen Buntbarschen, dass sowohl die Anzahl der Geschwister als auch die Qualität der Interaktionen mit ihnen eine entscheidende Rolle für die Entwicklung von Sozialkompetenz bei den Fischen spielen. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht und liefert neue Erkenntnisse für die Verhaltensforschung von Fischen.

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