Medieninhalte und Frauenfeindlichkeit

Eine umfassende Meta-Studie unter der Leitung von Christa Nater untersucht, wie frauenfeindliche Inhalte in den Medien die Einstellungen von Menschen beeinflussen. Während alle Geschlechter auf subtile Feindseligkeiten ähnlich reagieren, zeigen Männer bei expliziter Gewalt stärkere negative Reaktionen.

20. März 2026

© iStock

Wenn Menschen frauenfeindliche mediale Inhalte konsumieren, führt dies zu mehr Feindseligkeit gegenüber Frauen. Dieser Zusammenhang ist wissenschaftlich breit abgestützt. Unklar war bislang, dass Männer und Frauen ähnlich negative Reaktionen zeigen. Ausser, die Medieninhalte beinhalten explizite Gewalt gegenüber Frauen: Dann zeigen insbesondere Männer – nicht aber Frauen – negative Reaktionen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine umfassende internationale Studie unter Leitung der Universität Bern.

Die Darstellung von Frauen in stereotyper, herablassender oder gar erniedrigender Art findet sich immer wieder in verschiedenen Medienarten wie in Werbungen, Onlineforen oder Filmen – unter anderem in Musikvideos von misogynen Rappern, Werbung mit übersexualisierten Frauen oder Videospielen, die Frauen objektivifizieren. Eine repräsentative Umfrage der Europäischen Komission aus dem Jahr 2017 hat gezeigt, dass über die Hälfte der Befragten denken, es sei problematisch, wie Frauen in den verschiedenen Medien dargestellt werden.

In einer nun veröffentlichten Studie führte Dr. Christa Nater vom Institut für Psychologie an der Universität Bern mit einem internationalen Team eine Metaanalyse durch, also eine statistische Gesamtauswertung bereits veröffentlichter Studien, um den Zusammenhang zwischen frauenfeindlichen medialen Inhalten – über sehr unterschiedliche Medienformen hinweg – mit frauenfeindlichen Reaktionen systematisch zu untersuchen. Die Forschenden aus der Schweiz, Deutschland, Österreich und den USA sichteten systematisch wissenschaftliche Literatur aus rund 47 Jahren Forschung und schlossen 257 Studien mit insgesamt 132’933 Teilnehmenden ein.

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