Darmmikrobiom bei Adipositas und Diabetes

Die Universität Bern errichtet am Institut für Infektionskrankheiten (IFIK) eine neue Stiftungsdozentur – mit dem Ziel, die Rolle des Darmmikrobioms bei Stoffwechselerkrankungen wie Adipositas, Diabetes und verwandten Krankheiten zu erforschen und neue Ansätze zur Prävention und Behandlung zu entwickeln.

Medienmitteilung 27. April 2026

Die neue Dozentur wird von Prof. Dr. Maria Luisa Balmer besetzt. © Universität Bern

Stoffwechselerkrankungen wie Adipositas und Typ-2-Diabetes haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einer der grössten globalen medizinischen und gesellschaftlichen Herausforderungen entwickelt. Weltweit leben heute fast eine halbe Milliarde Menschen mit Diabetes. Rund ein Drittel davon ist über 65 Jahre alt, zunehmend sind aber auch Kinder und Jugendliche betroffen. Bis ins Jahr 2045 dürfte diese Zahl weiter steigen, mit weit über 600 Millionen Erkrankten.

Die Darmmikrobiota – also die Gesamtheit der Mikroorganismen im Darm – beeinflusst den Stoffwechsel und das Immunsystem in vielfältiger Weise. Störungen in diesem empfindlichen Gleichgewicht gelten beim Menschen als zentraler Faktor bei der Entstehung von Adipositas, Typ‑2‑Diabetes und verwandten Stoffwechselerkrankungen.

Wie diese Wechselwirkungen zwischen Stoffwechsel und Immunsystem im Detail aussehen und welche Mechanismen genutzt werden könnten, um neue mikrobiombasierte Strategien zur Prävention und Therapie gegen Übergewicht und Adipositas zu entwickeln, soll im Rahmen einer neu geschaffenen Stiftungsdozentur erforscht werden.Sie wird dank der Unterstützung des Diabetes Center Berne (DCB) errichtet.