Wie Frauenkarrieren in der Forschung gefördert werden könnten

Acht Frauen in leitenden Positionen an der Universität Bern diskutierten beim Panel «Research as a Career» der Studierendenschaft SUB über Chancengleichheit und persönliche Arbeitserfahrungen im akademischen Umfeld.

«Die Universität Bern hat einen Mangel an Diversität in hohen akademischen Stellen», leitete Tanisha Pandey von der SUB die Diskussionsrunde am Weltfrauentag ein. Dabei sind mehr als die Hälfte der hiesigen Studierenden weiblich. «Aber nur rund 30 Prozent der Professuren sind mit Frauen besetzt», fügte sie hinzu.  

Dass die Universitätsleitung darum bemüht sei dies zu ändern betonte die angehende Rektorin Virginia Richter (Bildmitte). Doch fehlende Frauen in Führungspositionen würden dies erschweren. «Dass eine Frau die Geschicke der Universität Bern leiten wird, ist deshalb ein wichtiges Symbol», so Richter. 

Frauen seien in ihrer Laufbahn mit vielen Unsicherheiten konfrontiert. Deswegen würden viele von einer akademischen Karriere absehen, ergänzte Heike Mayer, Vizerektorin für Qualität und Nachhaltige Entwicklung (im Bild zweite von rechts). «Probieren Sie es einfach, auch meine Forschungskarriere hat zufällig begonnen», ermutigte sie das Publikum.  

Mehrheitlich Studierende und Forschende am Karriereanfang besuchten die Veranstaltung im Hauptgebäude der Universität Bern und nutzten die Möglichkeit, sich einzubringen. So warf etwa eine Zuhörerin ein, dass die Debatte zu stark auf Forschende als Individuen fokussiere und wollte wissen, «welche Mechanismen führen dazu, dass Frauen aus dem akademischen System aussteigen?» 

«Wir müssen auch die strukturelle Dimension beachten», antwortete Michèle Amacker, Professorin für Geschlechterforschung und Co-Leiterin des IZFG (Bildmitte). Aber es sei eine Herausforderung, Massnahmen für die Gleichstellung zu definieren, die so verbindlich sind, dass sie eine Veränderung des Systems bewirken können. Die DORA-Deklaration sei ein wichtiges Instrument, das dazu beitrage, dass Forschungskarrieren und Forschungsleistungen in Zukunft weniger eng beurteilt würden. Die Podiumsteilnehmenden waren sich einig, dass auch Instrumente wie Mentoringprogramme Frauen dabei helfen würden, sich im akademischen Umfeld besser zurechtzufinden.  

«Ich wollte eine Mentorin, die selbst Mutter ist und Erfahrung mit internationalem Pendeln hat», erzählte etwa Kellie Gonçalves, Senior Lecturer am Department of English, die die Veranstaltung moderierte. «Sie hatte mir aufgezeigt, wie eine Forschungskarriere mit Kindern möglich ist.» 

Beim anschliessenden Apéro von Alumni UniBe tauschten sich Panelteilnehmende und Publikum weiter zu akademischen Karrieremöglichkeiten von Frauen und non-binären Personen aus.  

«Grundsätzlich finde ich wichtig, dass über Probleme des Akademischen Systems und seine problematischen Auswirkungen für Frauen gesprochen wird», meinte beispielsweise eine Zuhörerin. «Aber ich hätte mir gewünscht, dass Dinge wie mentale Gesundheit oder Arbeitsbelastung stärker thematisiert worden wären».  

Auf dem Weg zu ausgeglichenen Verhältnissen auf Führungsebene bleiben also noch Herausforderungen. 

Zur Studierendenschaft der Universität Bern SUB

Die SUB ist der offizielle Zusammenschluss der Studierenden der Uni Bern. Sie möchte ihren Mitgliedern helfen, das Studium und den Alltag an der Uni zu bewältigen. Die SUB bietet verschiedene Dienstleistungen und Beratungen an. Gleichzeitig setzt sie sich auf allen Ebenen, von den Instituten bis zum Kanton, für die Interessen der Studierenden ein. Auch national und auf europäischer Ebene ist die SUB vernetzt. Die SUB existiert seit 1925.

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