26.08.2021 | Universität |

Universität Bern ist spitze bei der Nachhaltigkeit

Zusammen mit der ETH Zürich und der Universität Lausanne gehört die Universität Bern hinsichtlich Nachhaltigkeit zur Spitzengruppe. Dies zeigt das Nachhaltigkeits-Rating 2021 der Schweizer Hochschulen des WWF.

Die drei bestplatzierten Hochschulen «verfolgen gezielt eine Nachhaltigkeitsstrategie und setzen Massnahmen in allen Bereichen um», schreibt der WWF zu seinem aktuellen Nachhaltigkeitsrating der Schweizer Hochschulen. Damit kommen die ETH Zürich, die Universität Lausanne und die Universität Bern sehr nahe an die Top-Kategorie «Vorreiterin» heran, die keine der untersuchten Institutionen erreicht hat.

«Auf dieses hervorragende Resultat können die Universität Bern und der Kanton stolz sein», freut sich Vizerektorin Silvia Schroer, die für die Verankerung der Nachhaltigkeit an der Universität Bern zuständig ist. «Mit unserem Engagement in der Forschung und in der Lehre und mit der zügigen Umsetzung der Etappen auf dem Weg zu einer klimaneutralen Universität zeigen wir, dass es der ganzen Universität sehr ernst ist mit dringend erforderlichen Änderungen – in Taten, nicht nur Worten», betont Schroer. Der Dank für diesen Erfolg gebühre gleichermassen denen, die herausragende Meilensteine setzen wie all denen, die mit viel Sorgfalt und Geduld über Jahre in der Lehre, in Gremien, im Zentralbereich an diesen Aufgaben bleiben, so die Vizerektorin.

Der WWF hat nach den Ratings 2017 und 2019 zum dritten Mal alle anerkannten Universitären Hochschulen und Fachhochschulen sowie die sieben grössten Pädagogischen Hochschulen bezüglich der Verankerung der Nachhaltigkeit analysiert. Von den 31 angefragten Institutionen hatten sich 28 an der Studie beteiligt. Der WWF hat dabei mit dem Unternehmen econcept AG zusammengearbeitet. Untersucht wurden 10 Kriterien in den Dimensionen Strategie, Prozesse, Organisation und Stakeholder.

«Pionierhaftes Engagement»

Das laut WWF «sehr gute» Ergebnis der Universität Bern – erreicht wurden 87,92 von 100 möglichen Punkten – hat mehrere Gründe: So warte die UniBE mit «vorbildlichen Reportingstrukturen» sowie «pionierhaftem gesellschaftlichem Engagement» auf. Die Universität nutze ein Tracking-System zur kontinuierlichen Überprüfung des Erreichungsgrads der Nachhaltigkeitsziele und beziehe alle Hierarchiestufen in die Diskussion der Resultate mit ein. In einen Austausch mit der Öffentlichkeit zu nachhaltigkeitsrelevanten Themen trete sie unter anderem über öffentliche Vorlesungen, einen Nachhaltigkeitstag sowie Dialoge mit relevanten Stakeholdern.

 

Wichtige Projekte aufgegleist

Als wichtigste Meilensteine der letzten zwei Jahre nennt die Studie die Gründung der Wyss Academy for Nature, die Einführung eines Ampelsystems zur Verbesserung der Nachhaltigkeit bezüglich der Mobilität, den Beschluss zur Dekarbonisierung bis 2025 sowie die Berücksichtigung nachhaltigkeitsrelevanter Massstäbe bei der Auswahl der Mensabetriebe.

Ausbau- respektive Optimierungspotenzial gibt es laut der WWF-Studie bei der Fachstelle sowie der Förderung des studentischen Engagements. Die Ausstattung der Koordinationsstelle für Nachhaltige Entwicklung mit 140 Stellenprozenten sei angesichts der 4'855 Vollzeitstellen im Jahr 2020 sehr wenig. Bei der Förderung des studentischen Engagements wird beanstandet, dass das nachhaltige Engagement der Studierenden nicht mit ECTS-Punkten honoriert werde oder anderweitig curricular integriert sei, und dass nur alle zwei Jahre Studierendenumfragen durchgeführt würden.

«Das WWF-Rating zeigt, dass sich die Hochschulen ihrer Verantwortung zunehmend bewusst sind und Nachhaltigkeit in ihrem Handeln immer stärker und breiter verankern», so das hochschulübergreifende Fazit des WWF: «Aber es bleibt noch viel zu tun.»