02.12.2020 | Universität |

Prix Lux für Generationentandem und Altersteilzeit

Der universitäre Gleichstellungspreis Prix Lux wird 2020 der Abteilung SD Governance und Human Resources des Centre for Development and Environment (CDE) verliehen. Sie trägt mit sozial nachhaltigen Generationentandems und Altersteilzeit zu mehr Chancengleichheit bei.

Von Luisa Jakob

Auch die diesjährige Prix Lux-Verleihung stand unter den besonderen Umständen der Covid-19 Pandemie. So fand dieses Jahr nur eine interne Preisübergabe ohne Publikum statt. Um die Preisübergabe dennoch für alle zugänglich zu machen, wird auf der Webseite der Abteilung für Gleichstellung ein Video dazu aufgeschaltet. Vizerektorin Silvia Schroer begrüsste am 30. November 2020 die Anwesenden und zeigte sich erfreut über die breite Palette an Nominierungen für den Prix Lux. 

Mit einem innovativen Modell zu mehr Chancengleichheit

Der diesjährige Prix Lux wird für das am CDE erarbeitete Modell des Generationentandems plus Altersteilzeit verliehen. Rektor Christian Leumann würdigte in der Laudatio die Originalität und das Transferpotenzial der Idee. Mit der gezielten Förderung von Altersteilzeit und dem Know-how-Transfer im Sinn einer sozial nachhaltigen Nachwuchsförderung werden wichtige Themen der Gleichstellung, Chancengleichheit und Diversität sichtbar gemacht. «Der Gedanke der Nachhaltigkeit wird so auch in der Personalentwicklung weitergeführt», sagte Christian Leumann.

 

Die Universität Bern könne stolz sein auf die Vielfalt der innovativen Ideen im Bereich der Gleichstellung, zu denen das ausgezeichnete, besonders innovative Modell des Generationentandems plus Altersteilzeit gehöre. Damit trage die Abteilung SD Governance und Human Resources am CDE zu einer gelebten und diverseren Gleichstellungskultur bei und beweise, dass es sich lohne, weitere Innovationen im Bereich Chancengleichheit voranzutreiben. Denn so könne sich die Universität Bern auch im Bereich Gleichstellung und innovative Arbeitszeitmodelle an vorderster Front positionieren.

Christian Leumann wies zudem darauf hin, dass «die Auswahl der Tandem-Personen auch von der Förderung von Personen mit Care-Verpflichtungen zeugt und somit Vorbilder für Menschen schafft, die Teilzeitmodelle leben. Dies trägt aktiv zur Stärkung der Universität Bern als attraktive Arbeitgeberin bei».

Ein Zweiervelo als Motor für die Nachwuchsförderung

Nach der Entgegennahme des Prix Lux stellen Urs Balsiger (Associate Director, Finance and Personnel), Heino Meessen (Tandempartner und Senior Research Scientist) und Lilian Trechsel (Tandempartnerin und Research Scientist) vertretend für alle Ausgezeichenten das Modell des CDE etwas genauer vor. 

 

2015 entstand die Idee des Generationentandems im Rahmen eines Konzepts zur Gleichstellung, Chancengleichheit, Diversity und Karriereförderung von Nachwuchsforschenden. Viel Know-how und Netzwerke von älteren Mitarbeitenden können durch ihre Pensionierung verloren gehen. Demgegenüber verfügen jüngere Forschende häufig über mehr Wissen in Bezug auf die neusten Methoden und die Wissenschaftskommunikation. «Ein Generationentandem kann so für beide Seiten eine tolle Chance sein», sagte Heino Meessen, Tandempartner und Senior Research Scientist am CDE. Da sich das CDE bei dem Modell zudem auf Personen mit Care-Verpflichtungen fokussiert hat, besteht bereits eine gemeinsame Lebenseinstellung zur Vereinbarkeit. Darüber hinaus muss aber selbstverständlich auch die persönliche Beziehung des Tandem-Teams stimmen, damit das Modell optimal gelingt. Die Erfahrungen des CDE zeigen zudem, dass die Unterstützung der Arbeitgeberin entscheidend ist.

Lilian Trechsel, Tandempartnerin und Research Scientist am CDE, fragte: «Wann haben Sie in der letzten Zeit wirklich Ruhe gehabt zum Nachenken?» Zeit sei ein Schlüsselfaktor. Da wir kaum je genügend Zeit hätten, sei es umso wichtiger, Modelle zu finden und zu leben, die Zeit für Unterschiedliches schaffen. Entsprechend bedeutsam sei der Aspekt der Teilzeitarbeit im vorgestellten Modell. Zeitdruck bleibe aber auch dann immer noch eine Herausforderung. Gerade darum seien Initiativen wie «Better Science» so wichtig. Nur wer Zeit hat nachzudenken, kann zu mehr Qualität in der Wissenschaft beitragen, zeigten sich die Gewürdigten vom CDE überzeugt.

Vorbild für die gesamte Universität   

Das aktuelle Jahr zeigt besonders, dass Gleichstellung und Chancengleichheit immer wieder auf neue Herausforderungen treffen und dass auf die Universität in diesem Bereich noch viel Arbeit zukommt. Gleichzeitig gibt es bereits Lösungsansätze. In diesem Sinn formulierte Urs Balsiger, Associate Director, Finance and Personnel am CDE, abschliessend die Vision, dass das Modell «Generationentandem plus Altersteilzeit» auch an anderen Instituten und Fakultäten angewendet wird: «Unser Ziel ist, das Modell institutionell zu verankern und für die gesamte Universität zu etablieren.»

Prix Lux

Der Gleichstellungspreis der Universität Bern «Prix Lux» prämiert Engagement für die Chancengleichheit. Für den Preis nominiert werden können Einzelpersonen und Einheiten, die sich für die Gleichstellung im Bereich «Gender und Diversität» an der Universität Bern engagieren. Die dabei angewendeten Massnahmen sollen eine Diskussion zu Gleichstellungsthemen anregen, innovativ, originell und nachhaltig sein sowie Transferpotenzial aufweisen. Die Preisübergabe fand am 30. November im Hauptgebäude der Universität Bern statt. Die nächste Ausschreibung für den Preis erfolgt im Frühjahrssemester 2021.

Zur Autorin

Luisa Jakob ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung für die Gleichstellung von Frauen und Männern und war Mitglied der Prix Lux-Jury 2020.