27.12.2019 | Universität |

Das Jahr 2019 an der Uni Bern: Die Highlights

2019 war ein spannendes Jahr für die Universität Bern: Wir feierten 50 Jahre Mondlandung, schickten das Weltraumteleskop CHEOPS ins All und begleiteten über 18'000 Studierende. Der Video-Jahresrückblick zeigt die Highlights eines Jahres mit grossen Herausforderungen, vielen Erfolgen und neuen Erkenntnissen.

Video: Nadine Steinmann / Text: Ivo Schmucki

Das sind unsere Highlights aus dem Jahr 2019!

Deutlich über 18'000 Studierende

Im Jahr 2019 legt die Universität Bern bei den Studierendenzahlen weiterhin zu. Gemäss Hochrechnungen ist die Gesamtzahl der Studierenden im Vergleich zum Vorjahr noch einmal gestiegen: Von 18'019 auf rund 18'250. «Dies hängt damit zusammen, dass seit letztem Jahr in Humanmedizin 320 Studienplätze pro Jahr zur Verfügung stehen. Zudem wird der Bachelorstudiengang Pharmazeutische Wissenschaften ab 2019 wieder als Vollstudium angeboten», erklärte Bruno Moretti, Vizerektor Lehre.

Mehr als 2'500 Studienanfängerinnen und -Anfänger

Im September begannen mehr als 2'500 Erstsemestrige ihr Studium an der Universität Bern. Am Tag des Studienbeginns vom Freitag, 13. September konnten sich die Neuankömmlinge alle nötigen Informationen sowie hilfreiche Tipps zu ihrem Studium abholen.

Bern im All

Als am 21. Juli 1969 Buzz Aldrin als zweiter Mann aus der Mondlandefähre stieg, entrollte er als erstes das Sonnenwindsegel der Universität Bern und steckte es noch vor der amerikanischen Flagge in den Boden des Mondes. Dieses Experiment war ein erster grosser Höhepunkt der Berner Weltraumforschung – und als einziges nicht-amerikanisches Experiment an Bord der Apollo 11.

Vom Freitag, 28. Juni bis Donnerstag, 4. Juli 2019 feierte die Universität Bern deswegen unter dem Namen «Bern im All» gemeinsam mit der Bevölkerung ein Wissenschaftsfest – unter anderem auf dem Bundesplatz.

CHEOPS hat seine Reise ins All angetreten

Im Dezember hat das Weltraumteleskop CHEOPS an Bord einer Sojus-Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou, Französisch-Guayana, seine Reise ins All antreten. CHEOPS (kurz für CHaracterising ExOPlanet Satellite) besteht aus einem Weltraumteleskop, das von der Universität Bern in Zusammenarbeit mit der Universität Genf entwickelt und zusammengebaut wurde, und einer Satellitenplattform, die das Teleskop tragen und dessen Betrieb vom Boden aus ermöglichen wird. CHEOPS ist die erste Mission unter gemeinsamer Leitung der Schweiz und der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Die Mission dient der Untersuchung von Exoplaneten und wird Sterne beobachten, von denen bekannt ist, dass Planeten um sie kreisen.

Am Mittwoch, 18. Dezember 2019 um 12:19 MEZ wurde CHEOPS auf einer Höhe von 708 Kilometer in seiner Umlaufbahn abgesetzt – ein weiterer Moment der Erleichterung und Freude. Etwa 40 Minuten später folgte die Bestätigung, dass ein Signal des Satelliten empfangen wurde – CHEOPS lebt.

Klima erwärmt sich so schnell wie nie in den letzten 2000 Jahren

Dass es in Europa während der «Kleinen Eiszeit» (ca. 1300 bis 1850) mehrere Jahrhunderte lang aussergewöhnlich kühl war, ist nicht nur durch historische Gemälde belegt, sondern auch durch eine Vielzahl von Temperaturrekonstruktionen etwa anhand von Baumringen. Weil es auch für Nordamerika solche Rekonstruktionen gibt, ging man bisher davon aus, dass es sich bei der «Kleinen Eiszeit» oder der ebenso bekannten «Mittelalterlichen Warmzeit» (ca. 700 – 1400) um weltweite Phänomene handelte.

Eine internationale Gruppe um Raphael Neukom vom Oeschger-Zentrum für Klimaforschung an der Universität Bern zeichnet aber ein ganz anderes Bild dieser vermeintlich globalen Klimaschwankungen. Im Juli zeigt das Team in einer Studie, dass sich für die vergangen 2000 Jahre global einheitliche Warm- und Kaltphasen nicht nachweisen lassen. Allerdings erfolgt die gegenwärtige, vom Menschen verursachte Klimaerwärmung im Unterschied zu vorindustriellen Klimaschwankungen auf der ganzen Welt gleichzeitig. Zudem ist die Geschwindigkeit der globalen Erwärmung so gross wie nie seit mindestens 2000 Jahren.

Peter Messerli präsentiert ersten Weltnachhaltigkeitsbericht

Am 11. September 2019 präsentiert Peter Messerli, Professor der Universität Bern, in New York den ersten Weltnachhaltigkeitsbericht. Der Global Sustainable Development Report (GSDR) wurde im Auftrag aller UNO-Staaten erstellt und soll im Hinblick auf den UNO-Nachhaltigkeitsgipfel vom 24.-25. September 2019 die Fortschritte bei der Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 der Vereinten Nationen aufzeigen.

Der Bericht zeigt nun klar, dass das gegenwärtige Entwicklungsmodell nicht nachhaltig ist und dass sogar die in den letzten zwei Jahrzehnten erreichten Fortschritte gefährdet sind, weil die sozialen Ungleichheiten zunehmen und möglicherweise unumkehrbare Umweltschäden auftreten. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kommen zum Schluss, dass die Ziele der Agenda 2030 nur mit einem tiefgreifenden Wandel erreicht werden können.

Wyss Academy for Nature an der Universität Bern gegründet

Rasante Biodiversitätsverluste, beschleunigter Klimawandel, wachsende Ansprüche an Landressourcen – diese Entwicklungen und ihre Auswirkungen hängen eng zusammen. Dabei stellt sich folgende Frage immer drängender: Wie lassen sich der nötige Naturschutz und das menschliche Wohl unter einen Hut bringen? Das kommende Jahrzehnt wird entscheidend sein, ob und wie wir weltweit zu zukunftsweisenden Lösungen kommen.

Mit der Wyss Academy for Nature entsteht an der Universität Bern ein weltweit führendes Forschungs- und Umsetzungszentrum im Bereich Natur und Mensch. Der Unternehmer und Mäzen Hansjörg Wyss, der Berner Regierungspräsident Christoph Ammann und der Rektor der Universität Bern, Christian Leumann, haben den Vertrag am Freitag, 13. Dezember 2019 feierlich unterzeichnet. Investiert werden über die nächsten 10 Jahre 200 Millionen Franken.

sitem-insel: Eine schweizweit einzigartige Kooperation startet

sitem-insel, das Schweizerische Institut für Translationale und Unternehmerische Medizin, hat seit Mitte Jahr sein neues Gebäude am Eingang des Insel-Campus bezogen. Es präsentierte sich am Freitag, 30. August 2019 mit einem Tag der offenen Tür. Die Universität Bern ist eines der Gründungsmitglieder von sitem-insel und akademischer Partner. Mehrere Einheiten der Universität Bern sind im sitem-insel-Gebäude eingemietet und unterstützen es mit ihrer Forschung und Infrastruktur. Gemeinsam mit Forschungsgruppen des Inselspitals Bern, Unternehmen aus der MedTech-, Biotech- und pharmazeutischen Industrie, Start-ups und anderen Partnern werden sie daran arbeiten, Innovationen aus der medizinischen Forschung möglichst rasch in ein klinisches Produkt zu «übersetzen».

 

 

Zur Autorin / zum Autor

Nadine Steinmann arbeitet als Social Media Managerin in der Abteilung Kommunikation & Marketing. Ivo Schmucki arbeitet als Redaktor bei Media Relations und Corporate Publishing in der Abteilung Kommunikation & Marketing an der Universität Bern.