Wirtschaft und Wissen schaffen Innovation
Wie eng sollen Wirtschaft und Wissenschaft zusammenspannen? Unter welchen Voraussetzungen ist eine gelungene Zusammenarbeit möglich? An einer Veranstaltung des Forums für Universität und Gesellschaft (FUG) diskutierten Unternehmer und Uni-Angehörige den Wissens- und Technologietransfer.
Das Zusammenwirken von Wissenschaft und Wirtschaft ist mit Zahnrädern vergleichbar, die einander gegenseitig bedingen und beeinflussen. Mit diesem Bild leitete Samuel Leutwyler, Professor der Physikalischen Chemie, das Forumsgespräch «Verzahnung schafft Innovation» ein. Das Forum für Universität und Gesellschaft lud Referenten und Zuhörerinnen aus dem Hochschulbereich und der Wirtschaft ein, diese Zusammenarbeit zu diskutieren. Dabei stand folgende Frage im Vordergrund: Welche Voraussetzungen sind für einen erfolgreichen Wissens- und Technologietransfer (WTT) von Seiten der Universität und der Unternehmen notwendig und auch umsetzbar?

Recht hinkt Digitalisierung hinterher
Mit den digitalen Medien und der wirtschaftlichen Globalisierung haben sich die Produktion, die Verfügbarkeit und der Konsum von Inhalten grundlegend verändert: «Heute kann jeder Konsument selber zum Produzenten werden», nennt Mira Burri ein Merkmal der neuen digitalen Realität. Zudem kann jedermann qualitativ einwandfreie Kopien herstellen und Inhalte innert Sekunden weltweit für Millionen Menschen verfügbar machen. Die Kehrseite der Medaille: «Dank dem Internet sind zwar unendlich viele Informationen irgendwo vorhanden, aber nicht mehr geordnet wie die Bücher einer Bibliothek», so die promovierte Juristin. Suchmaschinen hätten gerade dieser Unordnung wegen eine enorme Kontrolle über die Information: Sie bestimmen, welche Inhalte dem Nutzer in den grenzenlosen Weiten des World Wide Web wie einfach zugänglich sind. Die rasante Entwicklung im Zuge der Digitalisierung hat neue Unklarheiten geschaffen – das Recht ist den veränderten Gegebenheiten jedoch bisher nicht angepasst worden.
Mira Burri hat in ihrer Analyse festgestellt, dass weder die Regeln der Welthandelsorganisation WTO noch die Konvention der UNESCO zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen das Dilemma zwischen Handels- und kulturellen Interessen lösen. Die UNESCO-Konvention enthält zwar eine bindende Verpflichtung, hat allerdings wenig gebracht: «Sie ist vielmehr das Resultat eines politischen Spiels und der Ausdruck des Unmuts über die Globalisierung als eine griffige Massnahme», relativiert Burri die Bedeutung der Konvention.