09.10.2018 | Universität |

Die Uni Mittelstrasse öffnet ihre Türen

Zehn Organisationseinheiten aus vier verschiedenen Fakultäten der Universität Bern arbeiten und forschen seit dem Frühsommer 2018 im ehemaligen SBB-Verwaltungsgebäude an der Mittelstrasse 43. Die neu eingezogenen Institute laden am Samstag, 27. Oktober 2018 ein, das renovierte Gebäude zu besichtigen und in ihre aktuelle Forschung einzutauchen.

Von Ilana Bischof

Die Nutzerinnen und Nutzer der Mittelstrasse 43 laden am Tag der offenen Tür alle Interessierten ein, das neue Uni-Gebäude zu besichtigen. Bevor das Gebäude für die neue Nutzung saniert und umgebaut wurde, war es im Besitz der SBB: Die Mittelstrasse 43 wurde 1903 im Auftrag der neu gegründeten Schweizer Bundesbahnen als Verwaltungsgebäude gebaut. Heute erinnern noch weisse Linien an Glastüren im Inneren des Gebäudes an die langjährige Präsenz der SBB. Von Zeit zu Zeit treffe noch immer Post an die SBB an der Mittelstrasse 43 ein, berichtet Roger Brönnimann vom Hausdienst.

Roger Brönnimann, Hausdienst Gruppenleiter Areal Unitobler-Muesmatt-Mittelstrasse, über die Uni Mittelstrasse. © Unviersität Bern

Altes und Neues kombiniert

Nach dem Auszug der SBB wurde das von der Denkmalpflege als schützenswert eingestufte Gebäude innert zwei Jahren durch das Amt für Grundstücke und Gebäude saniert und für die Nutzung durch die Universität Bern umgebaut. Ziel des Umbaus war es, in einem engen Kostenrahmen optimale Voraussetzungen zu schaffen, mit denen die Uni für den akademischen Nachwuchs sowie Professorinnen und Professoren attraktiv bleibt und im Wettbewerb der Universitäten gute Karten behält. Realisiert worden ist ein polyvalentes Institutsgebäude, ergänzt durch eine neue Freihandbibliothek. Die Farbgebung und Materialisierung im Gebäude orientieren sich am ursprünglichen Gestaltungskonzept, wurden aber teilweise auch neu interpretiert. Details, wie innenliegende Gusssäulen und Kassettentüren blieben originalgetreu erhalten. Der Altbau umfasst nebst Einzel- und Mehrpersonenbüros für rund 600 Mitarbeitende auch Seminarräume sowie Begegnungs- und Kommunikationszonen. Die Räume wirken nach dem Umbau luftig und freundlich - die frischen Farben und wertigen Materialien, wie etwa der aufgefrischte Fischgrätparkett, schaffen eine anregende Arbeitsatmosphäre. Der allgemeine Lieblingsplatz befindet sich im Herzen des Gebäudes, im 1. Untergeschoss: das Café Mitti verfügt über einen Aussensitzplatz, der in den Pausen zum Verweilen und Entspannen einlädt.

Sebastian Funke, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Interdisziplinären Zentrum für Geschlechterforschung (IZFG) über die Uni Mittelstrasse. © Universität Bern

Eine heterogene Nutzerinnen- und Nutzerschaft lädt ein

Die Uni Mittelstrasse vereint zehn Organisationseinheiten aus vier Fakultäten, die bislang auf 20 verschiedene Standorte verteilt waren. Ausserdem verfügt das Gebäude über einen neuen Anbau im Innenhof, wo sich die neue fachbereichsübergreifende Freihandbibliothek befindet. Darin erstrecken sich auf drei Stockwerke verteilt mehrere Kilometer Tablarflächen auf platzsparenden Rollregalen. In den Lesesälen bieten sowohl Stehtische als auch konventionelle Lesepulte Arbeitsplätze für Studierende.

Regula Schatzmann, Leiterin Bibliothek Mittelstrasse, über die Uni Mittelstrasse. © Universität Bern

Familien mit Kindern kommen auf ihre Kosten

Verschiedene Angebote eignen sich speziell für Kinder – so können sie sich zum Beispiel im Institut für Medizinische Lehre, IML, mit selbstklebenden Hämatomen ausstatten. Der Spielplatz Länggass ist zu Besuch und lädt die Jüngsten ein, sich auf dem neugestalteten Vorplatz auszutoben und im Institut für Kunstgeschichte gestalten Nachwuchskünstlerinnen und -künstler ihr eigenes, buntes Kunstwerk.

Sissel Guttormsen Schär, Direktorin des Instituts für Medizinische Lehre (IML), über die Uni Mittelstrasse. © Universität Bern

Verschiedene multimediale Angebote laden die erwachsenen Besucherinnen und Besucher ein, direkt in die Materie einzutauchen: beim interaktiven Erlebnisspiel «Let’s go DanaLand» werden Alltagsgewohnheiten kritisch hinterfragt. Damit eruiert das Center for Development and Environment (CDE) hier, wessen Lebensstil nachhaltig genug ist, um für eine Ausreise auf den Exoplaneten «DanaLand» zugelassen zu werden. Das interdisziplinäre Zentrum für Geschlechterforschung (IZFG) hinterfragt beim Berufswahl-Computerspiel «like2be» soziale Geschlechternormen und -stereotype zum Thema Berufswahl, und am Institut für Sozial- und Präventivmedizin breitet sich ein ansteckendes Virus aus, dessen epidemiologische Auswertung fortlaufend live verfolgt werden kann. Ausserdem bietet das Institut für Archäologie in einer Schauküche Köstlichkeiten aus römischer Zeit zur Degustation an.

Nicht zuletzt ist auch für Speis und Trank gesorgt: im Untergeschoss erwartet Hungrige ein abwechslungsreiches Verpflegungsangebot mit veganen Burgern vom ZFV, Bratwürsten der Metzgerei Wegmüller und Gelati aus der Gelateria di Berna.

Die Uni Mittelstrasse öffnet ihre Türen

Zehn Organisationseinheiten aus vier verschiedenen Fakultäten der Universität Bern arbeiten und forschen seit dem Frühsommer 2018 am neuen Standort: im ehemaligen SBB-Verwaltungsgebäude an der Mittelstrasse 43. Zuvor wurde das Gebäude im Herzen der Länggasse während zwei Jahren saniert und zu einem polyvalenten Institutsgebäude mit Freihandbibliothek und über 650 Arbeitsplätzen umgebaut. Das Gebäude kann am Tag der offenen Tür besichtigt werden:

Datum: Samstag, 27. Oktober 2018, 10–18 Uhr

Ort:  Mittelstrasse 43, 3012 Bern

Anreise: Bus Nr. 12 Länggasse bis «Mittelstrasse» oder Bus Nr. 11 bis «Bierhübeli»

 

ZUR AUTORIN

Ilana Bischof arbeitet als Projektverantwortliche «Tag der offenen Tür Uni Mittelstrasse» im Generalsekretariat der Universität Bern.