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12.09.2013 | Universität |

Mit der Strategie 2021 in die Zukunft

Volluniversität, Förderung des Nachwuchses, Top-Lehre, fünf thematische Schwerpunkte: Die neue Strategie soll der Uni Bern ein fassbareres Profil verleihen. An der Jahresmedienkonferenz wurden auch neuste Zahlen bekannt: Fast 17’000 Studierende treten das akademische Jahr an – rund 1000 mehr als 2012.

Von Bettina Jakob

«Wissen schafft Wert» lautet die Vision der Uni Bern – und nun hat sie ihre neue Strategie präsentiert, wie sie dieses Ziel angesichts des aktuellen Wettbewerbs und der Herausforderungen in der (inter)nationalen Hochschullandschaft und im gesellschaftlichen Umfeld erreichen will. An der Jahresmedienkonferenz erläuterte Uni-Rektor Martin Täuber die Strategie 2021, in welcher die Universität Bern aufzeigt, «welchen Mehrwert sie regional, national und global erbringen kann». Denn Wissen sei «der Schlüssel zur Lösung gesellschaftlicher Probleme und zur Bewältigung globaler Herausforderungen».


Das Neuste über die Uni Bern erläuterte die Unileitung an ihrer Jahresmedienkonferenz. (Bilder: Adrian Moser)

Die Strategie 2021 ist eine Weiterentwicklung der bisherigen Strategie, deren Kern bernische «Leuchttürme» der Forschungsexzellenz mit entsprechenden Kompetenzzentren waren. «Diese Zentren bleiben wichtige Pfeiler», so Täuber, gleichzeitig versuche man, der Universität als Ganzes ein «fassbareres Profil» zu geben und «ihre wissenschaftliche und wirtschaftliche Zukunft zu sichern».

Vom Kleinstteilchen bis zum Klimawandel

Die Stärken und Kompetenzen der Universität Bern in Bereichen von grosser gesellschaftlicher und wissenschaftlicher Bedeutung werden künftig in fünf thematische Schwerpunkte gebündelt. In der Nachhaltigkeit will die Uni Bern exzellente disziplinäre, inter- und transdisziplinäre Forschung und Lehre mit internationalem Fokus zu Themen wie Klima, Bewältigung des globalen Wandels sowie Regulierung des Welthandels betreiben. Im Bereich Medizin und Gesundheit soll Bern zum Schweizer Zentrum für Spitzenmedizin werden. In der Biomedizin, Medizinaltechnik, Neurokognition, Wirt-Pathogen-Interaktion sowie körperlicher und psychischer Gesundheit werden bereits heute herausragende Leistungen erbracht.

Exzellente Forschung wird ebenfalls im Bereich Materie und Universum betrieben. Darin werden Grundlagen in Teilchenphysik und Weltraumforschung erarbeitet. Interkulturelles Wissen soll in Forschung und Lehre verstärkt gefördert werden, da in einer globalisierten Welt der kulturelle Austausch und das Verständnis der eigenen und anderen Religionen immer wichtiger wird. Die Uni Bern profiliert sich ausserdem als Universität für die Hauptstadtregion – auf der Basis der Erkenntnisse und Dienstleistungen aus den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften im Bereich Politik und Verwaltung.

Klares Bekenntnis zur Volluniversität

Die Schwerpunkte sind eine der vier Teilstrategien von «2021» – die anderen drei Säulen beinhalten das Bekenntnis zur Volluniversität, da die Universitätsleitung eine Entwicklung zu mehr Inter- und Transdisziplinarität feststellt. Attraktive, bewusst weiterentwickelte Lehr- und Lernformen sollen die Qualität der Studienangebote steigern. Ausserdem soll der akademische Nachwuchs gezielt gefördert werden – mit geeigneten Rahmenbedingungen für die akademische Karriere, mit Jobsicherheit im akademischen Bereich sowie der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. «Wir wollen eine offene und vernetzte Universität sein», fasste Martin Täuber zusammen.

Hoffnung auf zwei neue Nationale Forschungsschwerpunkte

Dass die Universität auf dem richtigen Weg in die Zukunft ist, zeigt ein Blick in die Vergangenheit: Nach dem Abschluss der beiden Nationalen Forschungsschwerpunkte NFS «Klima» und «Nord-Süd» werden diese als Zentren – Oeschger Centre for Climate Change Research und Center for Development and Environment CDE – an der Uni weitergeführt. In der neuen Ausschreibung der NFS hofft der Rektor, «einen, möglicherweise auch zwei» weitere NFS nach Bern zu holen. Die Uni Bern setzt sich auch erfolgreich für Drittmittel ein. Insgesamt flossen 218 Mio. Franken an Drittmitteln an die Universität, was einem Zuwachs von 4.3 Prozent entspricht.

Klare Regeln für die Zusammenarbeit

Die Akquisition von Drittmitteln sei «unverzichtbar», sagt der Rektor. Er erachtet die Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern als Teil des Auftrags, denn die Uni sei kein Elfenbeinturm. Die Uni Bern suche auch aktiv Partnerschaften mit Firmen und Organisationen aus dem privaten Sektor, da daraus ein Mehrwert für alle entstünde – für die Uni, für die externen Partner und für die Gesellschaft. Martin Täuber betonte aber, dass eine Zusammenarbeit «klaren Regeln» unterliegen müsse, um zu verhindern, dass Interessenskonflikte die Qualität der Arbeit behinderten oder die Freiheit der Lehre und Forschung in irgendeiner Weise – etwa in der Methodenwahl oder im Publikationsverfahren – einengten. Die Universität Bern verfügt gemäss Täuber über strikte Richtlinien, die bei jeder neuen Zusammenarbeit vertraglich festgehalten werden.

1000 Studierende mehr als 2012

Erfolg beginnt beim Studium: Wiederum verzeichnet die Uni Bern steigende Studierendenzahlen. Knapp 17'000 Studentinnen und Studenten werden aktuell immatrikuliert sein, 6.5 Prozent mehr als 2012. «Wir wurden selber von den Zahlen überrascht», so Bruno Moretti, Vizerektor Lehre. Er führt den Zuwachs auch auf die Weiterbildung zurück, welche 500 Studierende mehr zählt.


Wieder mehr Studierende: Bruno Moretti, Vizerektor Lehre, präsentierte die aktuellen Zahlen.

2100 Personen bewerben sich im Herbstsemester 2013 für ein Bachelorstudium, 650 beginnen ein Masterstudium neu an der Uni Bern – zusätzlich zu jenen, die nach einem hiesigen Bachelor ins Master-Studium einsteigen. «Darin zeigt sich erneut die Attraktivität der Universität Bern für Studierende auch aus anderen Universitäten», freut sich Moretti. Der Anteil ausländischer Studierender bleibt mit 12 Prozent im schweizweiten Vergleich eher tief. 180 Personen stammen aus Deutschland, 25 aus Italien und 25 aus Frankreich. Indien weist mit 30 Studierenden bei den aussereuropäischen Ländern den höchsten Anteil auf, es folgen die USA und Grossbritannien mit je 23 Bewerbungen. Die übrigen Bewerbungen verteilen sich auf fast 80 weitere Staaten.

Attraktive Lehre mit neuen Tools

Die Qualität der Studienangebote ist der Uni Bern wichtig – weshalb sie in der neuen Strategie einen Schwerpunkt auf die Lehre legt. Gemäss Moretti werden Massnahmen erarbeitet, die den Instituten und den Dozierenden helfen sollen, die Studienpläne und Lehrveranstaltungen zu verbessern. Darüber hinaus sollen Podcasts, E-Learning- und weitere Tools entwickelt werden, um die Lehre noch attraktiver zu machen.