Das Online-Magazin der Universität Bern

12.09.2011 | Personen | Geist & Gesellschaft

Wenn Mädchen Mathematik mögen

Jung, weiblich, naturwissenschaftlich interessiert: Erziehungswissenschaftlerin Elena Makarova hinterfragt die Gründe, weshalb junge Frauen «männliche» Berufe und Studienrichtungen wählen. «uniaktuell» stellt in loser Reihe Forschende der Uni Bern vor – bis zur «Nacht der Forschung» am 23. September.

Interview: Maximiliano Wepfer

«uniaktuell»: Frau Makarova, worüber forschen Sie im Augenblick?
Elena Makarova: Im Fokus des Forschungsprojektes, das im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «Gleichstellung der Geschlechter» (NFP 60) unter der Leitung von Prof. Dr. Walter Herzog und mir realisiert wird, steht die geschlechtsuntypische Berufs- und Studienwahl bei jungen Frauen. In diesem Projekt gehen wir der Frage nach, weshalb sich Frauen für «männliche» Berufe und Studienfächer entscheiden. Oder falls nicht: Liegt es am Fehlen geeigneter Vorbilder oder am naturwissenschaftlichen Schulunterricht, der Mädchen weniger anspricht?


Sie untersucht den Einfluss des Geschlechts auf die Berufs- und Studienwahl: Erziehungswissenschaftlerin Elena Makarova. (Bild: wem)

Wieso haben Sie dieses Forschungsfeld gewählt?
Ich hoffe, dass die Ergebnisse dieses Projekts einen Beitrag zur Gleichstellung der Geschlechter zu leisten vermögen, indem sie die Gründe für die unterschiedliche Studien- und Berufswahl bei Männern und Frauen aufdecken. Zudem können die erwarteten Erkenntnisse bezüglich der geschlechtergerechten Gestaltung des naturwissenschaftlichen Unterrichts in die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen einfliessen.

Was gab den Ausschlag, Wissenschaftlerin werden zu wollen?
Ursprünglich habe ich in Kiew (Ukraine) die pädagogische Hochschule als Vorbereitung für die Lehrtätigkeit absolviert. Die Lust an der Forschung hat mich erst gepackt, nachdem ich in der Schweiz das Universitätsstudium mit dem Schwerpunkt Pädagogische Psychologie aufgenommen habe.

Was schätzen Sie besonders an Ihrer Arbeit an der Uni?
Ich schätze die heraufordernde Art meiner Tätigkeit besonders. Ausserdem finde ich das kollegiale Umfeld, die angenehme Atmosphäre sowie die Infrastruktur mit dem gut ausgestatteten Arbeitsplatz sehr attraktiv.

Wo stehen Sie in zehn Jahren?
Falls ich dann immer noch in der Forschung tätig bin, möchte ich möglichst viele spannende Projekte erworben und erfolgreich abgeschlossen haben.

Welchen Nutzen hat die Gesellschaft von Ihrer Forschung?
Erziehungswissenschaftliche Themen sind sehr aktuell und auch beliebt in den Medien, welche jedoch die Schuld für viele gesellschaftliche Probleme der Schule oder den Lehrkräften geben. Hier bieten erziehungswissenschaftliche Forschungsergebnisse eine Grundlage, um geläufige Meinungen zu hinterfragen, revidieren oder widerlegen.

Zur Person

Elena Makarova ist Oberassistentin am Institut für Erziehungswissenschaft.

Nacht der Forschung

Bei archäologischen Ausgrabungen mit anpacken oder beim Poker Klimagott spielen – Ausprobieren heisst es am 23. September 2011 an der schweizweit einzigen «Nacht der Forschung» an der Universität Bern. Über 100 Forschende aus allen Fachrichtungen suchen an rund 50 Ständen mit spannenden Präsentationen den Dialog mit der Gesellschaft. Die Nacht der Forschung findet rund ums Hauptgebäude der Universität statt. Ein breites kulinarisches Angebot mit Essständen und Bars sowie kulturelle Intermezzi runden das Programm ab.