| Impressum | Home
Logo der Universität Bern

Umwelt & Natur

05.12.2012

Bauern lernen mit PC-Spiel das Klima zu schützen

«Emission Impossible» heisst ein neues PC-Game, das künftigen Bäuerinnen und Bauern Klimawissen vermitteln soll. Das Spiel, welches das Oeschger-Zentrum für Klimaforschung lanciert hat, lehrt die Landwirte, wie sie den Ausstoss von Treibhausgasen reduzieren können.

Von Bettina Jakob

Mehr auf Winterweizen oder auf Rüben setzen? Sollen vor allem Kühe im Stall stehen oder auch Schweine? Sind die Rinder angebunden oder laufen sie frei umher? Im Computerspiel «Emission Impossible» können Landwirte fiktiv einen Hof bewirtschaften – unter der Prämisse «mit cleveren Entscheidungen so wenig Treibhausgase wie möglich zu produzieren», ohne dabei die Wirtschaftlichkeit des Hofes aus den Augen zu verlieren. Das Lernspiel für angehende Bauern wurde vom Oeschger-Zentrum für Klimaforschung der Universität Bern initiiert und zusammen mit der Forschungsanstalt Reckenholz-Tänikon ART und der Abteilung Gamedesign der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) entwickelt. Finanziert hat das Projekt der Schweizerische Nationalfonds im Rahmen von AGORA, dem Förderprogramm für innovative Formen der Wissenschaftskommunikation. Der Projektleiter von «Emission Impossible», Kaspar Meuli vom Oeschger-Zentrum, lud die Medien zum Test-Spiel ein.

Ab zum Spiel – die Startseite von «Emission Impossible». (Bilder: zvg)

Munteres Spielen in der Schule

Die Idee hinter dem Computerspiel ist klar: Es soll Spass machen und junge Landwirte für den Klimaschutz sensibilisieren; weswegen das PC-Game in der Berufsschule für Landwirtschaftslehrlinge in der ganzen Schweiz zum Einsatz kommen wird. Hans Hofer vom «Inforama», Bildungs-, Beratungs- und Tagungszentrum Rüti, betonte wie wichtig es sei, die 18-jährigen künftigen Landwirte in systemischem Denken zu schulen und sie zu motivieren, nachhaltig zu handeln.

Tierhaltung produziert viel Treibstoffgas

Dass die richtige Einstellung der Bauern zum Klimaschutz essentiell ist, machen folgende Zahlen klar: In der Schweiz tragen die Bauernhöfe nämlich gut 10 Prozent zu den Treibhausgasemissionen bei, und dieser Anteil stagniert seit einer geraumen Zeit. «Den grössten Anteil an der Produktion von Treibhausgasen hat dabei die Tierhaltung», so Jürg Fuhrer vom Oeschger-Zentrum und der 
Agroscope; die Wiederkäuer stossen viel Gas aus. Neben Kohlendioxid (CO2) entstehen auf einem Bauernhof Methan (CH4) und Lachgas (N2O). Fuhrer erläuterte die Ziele des Bundesamts für Landwirtschaft, für welches die Agroscope Forschung für eine umweltschonende und wettbewerbsfähige Landwirtschaft betreibt: «Bis 2050 wird eine Reduktion an klimaschädlichen Gasen um mindestens einen Drittel angestrebt.»

Überblick über den Bauernhof – in welchem Bereich lassen sich Treibhausgase reduzieren?

Junge Männer sind gute Zielgruppe für Spiel

Das ist eine grosse Herausforderung: Die Stoffflüsse, bei denen auf dem Bauernhof Treibhausgase entstehen können, sind hochkomplex. Aber es sei Potenzial da, auf den einzelnen Höfen eine Optimierung zu erreichen, so Fuhrer. Für das Spiel haben die Wissenschaftler die zusammenhängenden Prozesse vergleichbar gemacht – und der Gamedesigner René Bauer hat schliesslich 13 Excel-Sheets mit 4 Crosstabellen zu einem Spiel programmiert, das die künftigen Bauern für Ökologie auf dem Hof motivieren soll. Für diese Zielgruppe sei ein Computerspiel als Lernmittel perfekt, wie Gamedesigner René Bauer erklärte: 80 Prozent der jungen Männer in diesem Alter würden regelmässig spielen; und die Mehrheit der Absolvierenden von Landwirtschaftsschulen sind männlich.

Ein Traktor kurvt über die Felder, im Hintergrund erklingt Hundegebell, die Kulturen wachsen im Jahresverlauf, auf der Anzeigetafel wechseln Zahlen – der Treibhausgas-Ausstoss und den Stand der Hof-Kasse. Der spielende Bauer erkennt am Zählerstand sofort, wie sich seine Jahresplanung für Hof, Stall, Maschinen, Kulturen und Lager, auf die Treibhausgase – und damit auf das Klima – auswirken.

Share this:

Facebook Google Twitter Mister Wong Pinterest Reddit


Anzahl Leserkommentare: 0


Universität Bern | Abteilung Kommunikation | uniaktuell@unibe.ch