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Gesundheit

11.01.2013

Schnauzträger sammeln für Berner Forschung

Der Berner Forscher Marco Cecchini leitet eine neue europäische Forschungsgruppe, welche die Früherkennung bei Prostatakrebs verbessern will. Das Projekt ist in eine weltweite, von Schnauzträgern gegründete Bewegung eingebettet.

Von Sandra Flückiger

Fast 30 Prozent der Krebsdiagnosen bei Männern in der Schweiz entfallen auf ihn: den Prostatakrebs. Damit ist er mit Abstand die häufigste Krebsart beim männlichen Geschlecht. Eine Früherkennung ist zwar möglich, kann aber noch verbessert werden, was Marco Cecchini vom Departement für Urologie und dem Departement für Klinische Forschung an der Uni Bern versucht.

Der Berner Forscher leitet und koordiniert neuerdings die europäische Forschungsgruppe für «Circulating Tumor Cells» (CTCs). CTCs sind im Blut zirkulierende Tumorzellen, die zur Metastasenbildung an lebenswichtigen Organen führen können.

Eine im Blutkreislauf eines Krebspatienten zirkulierende Tumorzelle. (Bild: Istock)

Das Ziel der Forschenden besteht darin, gängige Technologien zur Messung von CTCs zu verbessern, indem die Sensitivität der Methoden erhöht wird. «Die meisten Methoden vernachlässigen zum Beispiel vielzellige Aggregate von epithel-artigen Tumorzellen. Unser Team betrachtet diese Lücke als möglichen Grund für die mangelhaften Ergebnisse von derzeitigen CTC-Analyse-Tests», erläutert Cecchini.

Vier europäische Zentren forschen mit

An der europäischen Forschungsgruppe unter Berner Leitung sind vier verschiedene Forschungszentren beteiligt: Nebst dem Forschungslabor Urologie am Departement für Klinische Forschung (DKF) respektive der Universitätsklinik für Urologie des Inselspitals sind dies das Norwegische Zentrum für Molekularmedizin an der Universität Oslo, das Departement für Urologie am Universitätsspital Skåne im schwedischen Malmö sowie das Departement für Urologie der Sahlgrenska Akademie an der Universität Göteborg in Schweden.

Die Forschungsgruppe ist in das Projekt «Prostate Cancer (PCa) Biomarkers» der globalen Bewegung «Movember» eingebettet. Im Rahmen von Movember lassen sich tausende Männer weltweit im November einen Schnurrbart wachsen, um das Bewusstsein für Prostatakrebs zu stärken und Spendengelder zu sammeln, die als «Research Awards» auch der Forschung zukommen

Erstes globales Forschungsprojekt

Die Verteilung der Spendengelder fand im vergangenen November statt. Das Budget für die europäische Forschungsgruppe beträgt insgesamt 160'000 Euro, der offizielle Start für das Forschungsprojekt ist am 13. Januar 2013.

«Für uns ist es wichtig, Teil dieses ersten globalen Movember-Projekts zu sein», erklärt Marco Cecchini, «nicht nur im Hinblick auf eine mögliche Teilnahme an künftigen Movember-Projekten, die jeweils jährlich eingeführt werden sollen. Mit unserem Engagement möchten wir die Schweizer auch dazu anregen, bei der Kampagne von Movember Schweiz mitzumachen.»

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