08.11.2018 | Universität |

«Endlich Bibliothekar!» – Der Zukunftstag an der Uni Bern

Mädchen als Astronautinnen und Jungen als Bibliothekare – am diesjährigen Zukunftstag besuchten 221 Kinder die 31 Angebote der Universität Bern. «uniaktuell» hat fünf Jungen in die Universitätsbibliothek Münstergasse begleitet.

Von Lea Muntwyler mit Unterstützung von Carlotta, Helena und Dennis

«Die Uni ist ein Ort, an der man neue Dinge herausfindet», sagte Alessandra Widmer von der Abteilung für Gleichstellung (AfG) bei der Begrüssung zum Nationalen Zukunftstag an der Universität Bern. Am Einführungsanlass erfuhren die Kinder, was Forschung eigentlich ist, aber auch dass die Universität nicht nur ein Ort für Studierende ist: «An der Universität Bern kann man auch eine Lehre absolvieren – zum Beispiel als Polymechanikerin oder Polymechaniker», erklärte Lilian Fankhauser von der AfG. Die Universität bot am Zukunftstag vielseitige Einblicke in nicht minder vielseitige Berufsfelder: Von der Sport-, Tier, Stein- oder Weltraumforschung bis zum Informatik-, Bibliotheks- oder Technikberuf.

Am Zukunftstag können Schülerinnen und Schüler der 5. - 7. Klasse verschiedene Arbeitsfelder und Lebensbereiche kennen lernen, indem sie Eltern oder andere Bezugspersonen zur Arbeit begleiten oder an einem der verschiedenen Spezialprogramme teilnehmen. «Mädchen und Jungen bekommen so Mut und Selbstvertrauen, ihre Zukunft losgelöst von starren Geschlechterbildern an die Hand zu nehmen», sagt Alessandra Widmer. Der Nationale Zukunftstag fördere damit frühzeitig die Gleichstellung von Frauen und Männern bei der Berufswahl und bei der Lebensplanung. Die Abteilung für Gleichstellung (AfG) organisiert und koordiniert den Zukunftstag an der Universität Bern.

«Liest du den ganzen Tag Bücher?»

Das Programm der Universitätsbibliothek Münstergasse richtete sich hauptsächlich an Jungen. Es lockte nicht nur Leseratten, sondern auch andere Neugierige an: Der 6. Klässler Derek wollte einfach einmal hinter die Kulissen einer Bibliothek blicken. «Als Bibliothekarin oder Bibliothekar liest man leider nicht den ganzen Tag Bücher», beantwortete Melissa Hofstetter von der Bibliothek Münstergasse die Frage von einem der Jungen. Der Beruf gehe auch mit viel Verantwortung einher: Die über 4 Millionen Medien der Universitätsbibliothek Bern gilt es zu pflegen und zu erhalten.

Bücher sind Schnee von gestern? Von wegen!

Die Digitalisierung hat vor den Bibliotheken nicht Halt gemacht: Statt auf die erwarteten Bücher trafen die Kinder vor allem auf Webtools, Online-Plattformen und Computer. Am Zukunftstag 2018 konnten die Kinder Gedrucktes und Elektronisches am Computerbildschirm bearbeiten, Bestellungen auslösen und bearbeiten sowie historische Dokumente digitalisieren, damit sie lange erhalten bleiben. Dass Bibliotheken wegen der Digitalisierung der Vergangenheit angehören, stimme nicht, im Gegenteil: «Bücher sind heute genauso wichtig wie früher», sagte Thomas Hayoz von der Bibliothek Münstergasse.

Erlebniswelt Bibliothek

Dass Bibliotheken lebendige Orte sind, wurde den Kindern spätestens heute bewusst: Unzählige Studierende finden sich tagtäglich in den Lesesälen zum Lernen und Lesen ein. Daneben veranstaltet die Universitätsbibliothek auch Lesungen, Filmvorführungen und andere Events. Den Kindern machte das Eintauchen in die erlebnisreiche Welt der Universitätsbibliothek Bern sichtlich Spass: Insbesondere die historische Sammlung im 3. Untergeschoss faszinierte. «Einige dieser Bücher sind älter als eure Urgrossmütter», erklärte Melissa Hofstetter.

«Endlich Bibliothekar»

Der Beruf des Bibliothekars hat es dem Bücherwurm Andreas angetan. Der 13-jährige besuchte am Zukunftstag gleich zwei Angebote von Universitätsbibliotheken. «Ich lese eben gerne, deshalb ist der Beruf für mich sehr spannend», meinte er. Das Programm mit dem Titel «Endlich Bibliothekar» der Universitätsbibliothek Münstergasse konnte für ihn also passender nicht sein.

ABTEILUNG FÜR DIE GLEICHSTELLUNG VON FRAUEN UND MÄNNERN

Die Universität Bern bekennt sich zur Gleichstellung von Frauen und Männern. Sie fördert mittels effektiver Gleichstellungsinstrumente und Karrieremodelle den Erfolg von Frauen und Männern im Wissenschaftsbetrieb. Die Universität Bern verfügt deshalb über eine Kommission sowie eine Abteilung für Gleichstellung. Die Abteilung für Gleichstellung (AfG) der Universität Bern bietet zu diesem Zweck verschiedene Kurse, Workshops, Mentoringprogramme, Coachings und Beratung an.

NATIONALER ZUKUNFTSTAG

Das Ziel des Nationalen Zukunftstags ist die Förderung der offenen geschlechterunabhängigen Berufs- und Lebensplanung von Schülerinnen und Schülern. Am Zukunftstag öffnen Hunderte von Betrieben, Organisationen, Berufsfachschulen und Hochschulen in der ganzen Schweiz ihre Türen. Mädchen und Jungen der 5. bis 7. Klasse sind eingeladen, Bezugspersonen an die Arbeit zu begleiten oder an spannenden «Spezialprojekten» teilzunehmen.

ZU DEN AUTORINNEN UND DEM AUTOR

Lea Muntwyler ist Hochschulpraktikantin in der Abteilung Kommunikation&Marketing der Universität Bern. Carlotta, Helena und Dennis haben im Rahmen des Zukunftstags 2018 tatkräftig bei diesem Artikel mitgearbeitet.