16.04.2018 | Universität | Staat & Wirtschaft

«Das Wunsch-Schloss ist eine riesige Chance»

Wie können wir die Digitalisierung so gestalten, dass alle etwas davon haben? Wer eine Idee dazu hat, kann sie bis zum 14. Mai beim Ideenwettbewerb «Wunsch-Schloss» einreichen. Tobias Vögeli, Student an der Universität Bern, kam letztes Jahr bis ins Finale – ein bereicherndes Erlebnis!

Interview: Ivo Schmucki

Wieso haben Sie sich entschieden, beim Wunsch-Schloss mitzumachen?
Ich finde das Konzept des Wunsch-Schlosses unheimlich spannend. Es ermöglicht, dass alle Menschen eine Idee ohne Umwege direkt denen vorstellen können, die in Wirtschaft und Politik das Sagen haben. Und das unabhängig davon, welchen Hintergrund man hat. Das ist eine riesige Chance und ein – wie ich finde – sehr interessantes und bereicherndes Erlebnis.

Letztes Jahr drehte sich beim Wunsch-Schloss alles um das Thema Globalisierung. Sie sind mit Ihrer Idee «Regpedia» bis ins Finale vorgestossen. Was steckt hinter Regpedia?
Regpedia ist ein Nachschlagewerk für Regulationen. Unternehmen sowie Politikerinnen und Politikern können damit rasch und unkompliziert Informationen über Regulationen und deren Erfolge in anderen Länder abrufen und vergleichen. Und Privatpersonen erfahren mit Regpedia, welche Gesetze in einem Land gelten, in das sie reisen möchten. In Pennsylvania (USA) ist es zum Beispiel verboten, per Anhalter zu fahren – eine Information, die für eine Touristin oder einen Touristen entscheidend sein kann.

Der letztjährige Gewinner Robin Röösli bekam die Chance, seine Idee den Generalsekretären und -sekretärinnen der grossen Parteien zu präsentieren. Haben auch Sie Ihre Idee weiterverfolgt?
Ich konnte dank dem Wunsch-Schloss spannende Kontakte knüpfen und mit interessierten Experten – darunter ein Senior Partner einer renommierten internationaltätigen Anwaltskanzlei – die Idee weiterentwickeln. Aus zeitlichen Gründen habe ich mich aber entschieden, das Projekt nicht weiterzuverfolgen.

Inwiefern konnten Sie von der Teilnahme beim Wunsch-Schloss profitieren?
Durch die Teilnahme konnte ich viel lernen, insbesondere wie man Dinge gut vorstellen und verkaufen kann. Aber natürlich war auch der Austausch mit den anderen Finalistinnen und Finalisten sowie den Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wirtschaft über die zehn Ideen und über die Globalisierung sehr spannend. Man kommt rasch miteinander ins Gespräch und knüpft genauso schnell Kontakte – einige halten bis heute.

Wieviel Zeit haben Sie in die Teilnahme investiert?
Um mitzumachen braucht man im Prinzip nur eine Idee, die man zu Papier bringen muss. Das dauerte bei mir etwa zwei Stunden. Für die Präsentation im Finale habe ich aber dann sicherlich nochmals zwei Tage investiert.

Haben Sie Tipps für Leute, die beim Wunsch-Schloss mitmachen wollen?
Ich habe keine Tipps, aber die braucht es auch nicht. Wer eine Idee hat, soll sie unbedingt einreichen. Verlieren kann man nichts – und sich blamieren auch nicht. Man wird von Kommunikationsprofis super vorbereitet und betreut. Schief gehen kann also nur dann etwas, wenn man es versäumt, die Idee einzureichen!

ZUR PERSON

Tobias Vögeli studiert Rechtswissenschaften an der Universität Bern und ist im Vorstand der StudentInnenschaft der Universität Bern SUB verantwortlich für das Ressort Dienstleistungen und Rechtliches.

Kontakt: tobias.voegeli@sub.unibe.ch

DAS WUNSCH-SCHLOSS

Der Ideenwettbewerb Wunsch-Schloss macht seit 2015 Ideen von Bürgerinnen und Bürgern für einen starken Wirtschaftsstandort Schweiz sichtbar. Das diesjährige Thema lautet «Wie können wir Digitalisierung konkret so gestalten, dass alle etwas davon haben? Deine Lösung, damit Digitalisierung für alle zur Chance wird!» Ziel der Initianten StrategieDialog21 und Swiss Venture Club ist es, einen Beitrag zur Schliessung der Kluft zwischen Wirtschaft, Gesellschaft und Politik zu leisten.

Gesucht werden konstruktive und konkrete Lösungsansätze, um die Herausforderungen der Gegenwart mit Zuversicht anzupacken. Vom 16. April bis zum 14. Mai 2018 können innovative Vorschläge erfasst werden. Die zehn besten Ideen erhalten ein Zeitfenster von einigen Minuten, um ihre Visionen und Wünsche an Wirtschaft und Politik zu formulieren. Das Publikum wählt auf dem Schloss Thun am 28. August 2018 einen Sieger oder eine Siegerin.

Der Gewinn: Ein Treffen mit den Generalsekretären aller grossen Parteien und ein All-Around-the-World-Ticket.

ZUM AUTOR

Ivo Schmucki arbeitet als Redaktor bei Corporate Communication an der Universität Bern.