18.05.2018 | Universität |

«Das Publikum darf sich auf ein Uniorchester in Topform freuen»

Das Uniorchester Bern (uob) spielt in seinem 30. Jubiläumsjahr Werke von Verdi und Tschaikowski. Die «Hauptprobe» der bevorstehenden Konzerte in Zürich und der Französischen Kirche Bern fand an einem internationalen Musikfestival an der Universität Bologna statt. Im Interview mit «uniaktuell» schildert uob-Präsidentin Delia Berner, wie es zum Gastspiel in der Emilia-Romagna kam und was das Publikum an den Konzerten erwartet.

Interview: Ivo Schmucki

«uniaktuell»: 2018 wird das Uniorchester Bern 30 Jahre alt. Wissen Sie etwas über die Entstehung des Orchesters?
Delia Berner: Das Uniorchester wurde 1987 von zwei Theologiestudenten gegründet und 1988 offiziell von der Universität anerkannt. Seither ist es kontinuierlich gewachsen. Heute vereint es 60 bis 70 Mitglieder, die zwei Konzertprogramme pro Jahr spielen. Seit 2011 dürfen wir uns glücklich schätzen, von Lena-Lisa Wüstendörfer dirigiert zu werden. 

Mit Ihrem aktuellen Projekt wurden Sie zu MusicAteneo, einem jährlichen Festival für universitäre Chöre und Orchester an der Universität Bologna eingeladen. Wie kam es dazu?
Wir planten schon länger, zu unserem Jubiläum eine Konzertreise ins Ausland zu organisieren. Dazu kontaktierten wir andere universitäre Orchester in Städten, die uns interessierten. Vom Collegium Musicum in Bologna wurden wir sofort eingeladen, dort ein Konzert zu spielen. So entstand eine Zusammenarbeit mit dem universitären Chor in Bologna. Wir waren auch geehrt zu erfahren, dass der Rektor der Uni Bologna eine offizielle Einladung für uns an den Rektor der Uni Bern schickte.

Was haben Sie in Bologna neben dem Konzert noch unternommen?
Der Chor aus Bologna organisierte für uns Stadttouren, dank denen wir nicht nur die Stadt, sondern auch Studierende der Universität Bologna kennen lernten. Daneben probten wir natürlich für das Konzert, aber wir nutzten die freie Zeit auch gerne, um uns im Orchester gegenseitig besser kennen zu lernen – und die italienische Küche zu geniessen.

Was für Eindrücke nehmen Sie aus Bologna mit?
Wir waren sehr beeindruckt von der Herzlichkeit der Chormitglieder und des Publikums. Der Chor klang unglaublich schön, und das Uniorchester spielte entfesselt ob all den tollen Eindrücken, sodass das gemeinsame Konzert ein fantastisches Erlebnis war, an das wir uns noch lange erinnern werden.

Das aktuelle Projekt mit Stücken von Verdi und Tschaikowski führen Sie demnächst auch in Bern und Zürich auf. Was erwartet die Zuhörerinnen und Zuhörer?
Sie dürfen sich auf ein Uniorchester in Topform und auf den hervorragenden Akademischen Chor Zürich freuen, welche ein Programm mit vielen Emotionen und wunderschönen Melodien einstudiert haben. Alles, was wir noch brauchen, damit die Konzerte gelingen, ist ein zahlreiches Publikum. Studierende können ja bereits für 8 Franken ins Konzert, da hoffen wir, dass viele diese Gelegenheit ergreifen.

Wer kann eigentlich im Uniorchester mitspielen?
Es sind alle willkommen, die einen Bezug zur Universität Bern haben und mit Gleichgesinnten Musik machen wollen. Wegen der sinfonischen Besetzung können wir aber manchmal nicht alle Interessierten aufnehmen, zum Beispiel haben wir nur drei Plätze für Flöten. Wenn dann ein Platz frei wird, gibt es ein Vorspiel mit interessierten Neumitgliedern. Das uob ist für Studierende ein Ort des Ausgleichs zum Studienalltag, des Treffpunkts mit musikaffinen Kommilitoninnen und Kommilitonen und des gemeinsamen musikalischen Erlebens. Dem Publikum bieten wir ein hohes musikalisches Niveau an unseren Konzerten. Darauf sind wir stolz. Uns zeichnet auch eine starke soziale Komponente aus, was sich darin zeigt, dass alle sehr gut bei der Organisation mithelfen und viele nach der Probe noch den Abend zusammen ausklingen lassen.

Das uob hat pro Jahr jeweils zwei Konzertprogramme – eines im Frühling und eines im Herbst. Wie wird entschieden, welche Stücke gespielt werden?
Fünf Orchestermitglieder und die Dirigentin bilden zusammen die Musikkommission. Diese entscheidet jeweils ein Jahr im Voraus, was wir spielen werden – keine leichte Aufgabe, denn man muss stets den Schwierigkeitsgrad für alle Instrumente im Auge behalten.

Was war aus Ihrer Sicht das anspruchsvollste Projekt bisher?
Im Frühling 2017 haben wir die fünfte Sinfonie von Schostakowitsch gespielt. Diese Sinfonie hatte es in sich, und wir brauchten eine Weile, um überhaupt alle Töne richtig spielen zu können. Wir kämpften uns aber durch und hatten gegen Ende sehr viel Freude daran, die Konzerte zu spielen.

Welches Projekt hat Ihnen am meisten Spass gemacht?
Das aktuelle Projekt mit der fünften Sinfonie von Tschaikowsky macht dem ganzen Orchester sehr viel Spass. Die Sinfonie hat unglaublich viele schöne Melodien, die auch nach der Probe vom Orchester noch weiter gesummt werden.

Was wünschen Sie sich für die nächsten 30 Jahre Uniorchester Bern?
Ich wünsche dem Orchester, dass es weiterhin so viel Spass am gemeinsamen Musizieren hat, dass es sich stets weiterentwickeln kann und dass das uob einen noch prominenteren Platz im Kulturleben der Uni und der Stadt einnehmen kann. Den hat es sich verdient.

Zur Person

Delia Berner studiert Politikwissenschaft im Master an der Universität Bern. Im Uniorchester Bern spielt sie Violine. Sie ist seit 2013 Mitglied im uob und seit 2017 Präsidentin.

Das aktuelle Programm des Uniorchester Bern uob

Mit dem aktuellen Programm aus Werken von Giuseppe Verdi und Pjotr Iljitsch Tschaikowski gibt das uob demnächst zwei öffentliche Konzerte, zusammen mit dem Akademischen Chor Zürich. Die Konzerte finden am Donnerstag, 24. Mai um 19.30 Uhr in der Tonhalle Maag in Zürich und am Samstag, 26. Mai um 19.30 Uhr in der Französischen Kirche Bern statt.

Zum Autor

Ivo Schmucki arbeitet als Redaktor bei Corporate Communication an der Universität Bern.