17.12.2018 | Universität | Gesundheit & Medizin

Das Labor auf vier Rädern

Am Institut für Pathologie der Uni Bern gibt es ein Gefährt mit dem rätselhaften Namen «Schnellschnittauto». Wozu es wohl gut ist? «uniaktuell» hat sich auf die Suche nach Antworten gemacht.

Text und Video von Ivo Schmucki

Nicht einmal Google half weiter: Eine Suchanfrage mit dem Stichwort «Schnellschnittauto» ergab bis vor wenigen Wochen 46 Treffer – keiner davon war aufschlussreich. Ist das Schnellschnittauto etwas völlig Neues und Einzigartiges? Ganz neu ist es nicht mehr: «Das Schnellschnittauto gibt es bereits seit 2015», erklärt Heather Dawson, Oberärztin am Institut für Pathologie. Einzigartig ist es auf jeden Fall: Von aussen nur ein unscheinbarer weisser Lieferwagen, verbirgt sich im Innern ein Hightech-Labor. Was es mit diesem Labor auf sich hat, erklärt Heather Dawson im Video:

Der schnellste Weg für Gewebeuntersuchungen

Auf die Idee eines Schnellschnittautos kam man am Institut für Pathologie in Gesprächen mit potenziellen externen Kunden. Aus ökonomischen Gründen wäre es nicht sinnvoll gewesen, eine Einrichtung für Schnellschnitte in den jeweiligen Spitälern auszubauen. Und das Schnellschnittmaterial per Kurier an die Uni Bern zu transportieren, würde zu lange dauern. «So war das Schnellschnittauto die ideale Lösung. Es kann nach Bedarf eingesetzt und von den entsprechenden Fachkräften betrieben werden», sagt Heather Dawson, Laborleiterin Klinische Pathologie.

«Man ist in einem anderen Modus»

Aktuell ist das Schnellschnittauto einmal pro Woche fix gebucht. Hinzu kommen kurzfristige Anfragen. Ein Einsatz im mobilen Labor sei immer eine spezielle Situation, erklärt Heather Dawson: «Wenn man am Institut im Labor Gewebe untersucht, kann man bei Unklarheiten die Ergebnisse mit anderen diskutieren und sich beraten. Im Schnellschnittauto geht das nicht. Dort muss man in kurzer Frist wichtige Entscheidungen treffen. Man ist dann in einem ganz anderen ‘Modus’.»

Das Schnellschnittauto ist eine findige Lösung, um die Dienstleistungen des Instituts für Pathologie auch anderen Spitälern zugänglich zu machen. Letztendlich dient es aber vor allem einem Zweck. Da mit Schnellschnitten beispielweise untersucht wird, ob ein Tumor vollständig entfernt wurde, helfen sie in manchen Fällen dabei, Leben zu retten. «Wir wollen mit dem Schnellschnittauto eine möglichst gute Versorgung für Patientinnen und Patienten erreichen», sagt Heather Dawson.

Das Institut für Pathologie

Das Institut für Pathologie der Universität Bern deckt die gesamte Breite der morphologischen und molekularen Diagnostik an Gewebeproben ab. Die Kombination von Dienstleistung, Lehre und Forschung unter einem Dach erlaubt eine enge Interaktion und gegenseitige Inspiration.

Link: http://www.pathology.unibe.ch/index_ger.html

Zum Autor

Ivo Schmucki arbeitet als Redaktor bei der Abteilung Kommunikation & Marketing an der Universität Bern.